Wahrscheinlich hinke ich meiner Zeit mal wieder Meilen hinterher. Trotzdem möchte ich diese Seite hier einmal zur Sprache bringen.
WikiLeaks gibt es bereits seit Ende 2006. Die Seite veröffentlicht "geheime" Informationen über Vertuschungen. Diese können nun Wirtschaftlicher Natur sein oder aus dem Bereich der Religion kommen, manche Politischen Parteien werden sich hier evtl wiederfinden und vieles mehr. Nicht zuletzt die US Army findet hier einige Verschlusssachen, die sie der Öffentlichkeit lieber nicht präsentieren wollten.
Es ist klar, dass diese Informationen von vielen sehr geschätzt werden, all jenen nämlich, vor denen man sie geheim halten wollte. Genauso klar ist, dass es viele gibt, denen die Seite ein Dorn im Auge ist und die sie gerne wieder verschwinden sehen würden. Das scheint so einfach aber nicht zu sein. Zum Glück?
Aufmerksam geworden bin ich auf die Seite, als ich über die Veröffentlichung eines Videos gestolpert bin. Zu sehen und hören sind Aufnahmen der US-Army - aufgenommen aus einem "Apache helicopter" - die einem einen realen Einsatz und das Vorgehen demonstrieren. Bei diesem Vorfall starben mehrere Menschen, unter anderem auch 2 Mitarbeiter von Reuters - Journalisten also. Dazu wurden beim Beschuss eines Autos noch 2 Kinder verletzt.
Wen es interessiert, hier der Link zu dem Beitrag auf der Seite von WikiLeaks -> Collateral Murder
Dieser Beitrag hat nebenbei, bei vielen für Entrüstung gesorgt. Wie kann sowas möglich sein? Wie selbstherrlich von der US-Army so einfach in Sekunden über Leben und Tod zu entscheiden. Mancher findet hier also durchaus ein gefundenes Fressen für seine Verdachte, Vorbehalte, Verschwörungstheorien,... Ich persönliche tue mich da, gerade auch in dem Beispiel mit den Aufnahmen, eher schwer. Sicher, aus der Ferne betrachtet und mit einem Tässchen Kaffee vor mir, kann ich das Handeln leicht und schnell verurteilen. Wenn ich vor Ort wäre, um mich herum geschossen wird, ich evtl gestern einen Angriff erlebt habe und vor 2 Tagen 3 Blocks weiter ein Attentäter ein Auto in die Luft gejagt hat und dabei 2 meiner Kameraden gestorben sind, da handelt man dann evtl etwas anders. Da geht es vor allem real um "Leben oder Tod" bzw "Warte ich eine Sekunde zu lange, schießt der andere zuerst und ich bin tot". Daher kann ich solches Material und die "Verantwortlichen" da auch nicht für verurteilen. Andere mögen das anders sehen.
Aber auch beim Rest bin ich eher vorsichtig. Woher will ich wirklich so genau wissen, ob das nun richtig ist, ob das wahr ist?
wdr.de hat geschrieben:Denn Wikileaks will für alle zugänglich machen, was andere gerne geheim halten würden. Das Projekt will nach eigenen Angaben "denen zur Seite stehen, die unethisches Verhalten in ihren eigenen Regierungen und Unternehmen enthüllen wollen". Und so hat sich die Plattform zu einer der wichtigsten Seiten für "Whistleblower" im Netz entwickelt - also für Insider in Unternehmen, Regierungen oder in anderen wichtigen Machtpositionen, die der Öffentlichkeit Geheimmaterial zugänglich machen wollen. Wikileaks machte interne Dokumente von Scientology genauso publik wie die Handbücher der US-Armee zur Behandlung der Gefangenen in Guantánamo Bay. Durch aufwendige Verschlüsselungsmechanismen sollen Identität und Herkunft der Hinweisgeber und Quellen anonym bleiben.
Die Idee ist gut, keine Frage! Und ich halte das auch für ausgesprochen wichtig. Nur bin ich der Meinung, dass man auch - oder gerade - diese Seite mit Vorsicht genießen sollte. Bei Zeitungen weiß ich, dass ich nicht alles glauben sollte, was man mir glauben machen möchte. Hier ist man einfach dahinter her, dass man möglichst viele Leser hat, die Zeitung gekauft wird und man viel Geld bekommt. Das sollte nun auf solch einer Seite keine Rolle spielen. Man verdient damit ja so gesehen kein Geld.
Nun kennt ihr die Seite schon? Was haltet ihr davon, dass man hier versuchen möchte Vertuschungen zu verhindern?
Für Wikileaks sei aber nur Transparenz an sich das Ziel.
Ist denn die Veröffentlichung von "angeblichen" geheimen Dokumenten schon Transparenz? Wie kann man wissen, dass das, was dort geschrieben ist auch wahr ist? Und wie sieht es mit den Hintergründen aus? Mitunter gibt es ja durchaus auch Dinge, die in einem Zusammenhang stehen, der wichtig ist und so Entscheidungen, die ohne das Wissen sofort zu verurteilen wären, doch wieder legitim werden lassen.